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01.10.2026 · 10 Min. Lesezeit

Beleuchtung für die Küche planen: das 3-Zonen-Konzept ehrlich umgesetzt

Grundlicht, Arbeitslicht, Esslicht — Lumen, Kelvin, Dimmung, Steuerung und Markenintegration für Häcker, Ballerina und BORA: ehrlich beraten in Augsburg.

kueche-beleuchtung-planen

Licht in der Küche ist keine Frage nach „hell genug". Es ist die Frage, wann welches Licht passen soll, zum Schneiden, zum Kochen, zum Essen, zum Aufräumen am späten Abend. Eine Küche mit nur einer Deckenleuchte ist im Schnittbereich blendend hell und auf der Arbeitsplatte trotzdem schattig, weil der eigene Körper den Lichtweg blockiert. Eine Küche mit gut geplanten drei Zonen ist überall dort hell, wo gerade gearbeitet wird, und ruhig dort, wo gerade niemand arbeitet.

Dieser Beitrag ordnet die Beleuchtungsplanung für die Küche nach dem etablierten 3-Zonen-Modell ein, Grundlicht, Arbeitslicht, Esslicht. Wir nennen konkrete Lumen- und Kelvin-Werte, gehen auf LED-Typen, Dimmung und Steuerung ein und zeigen, wie das Ganze in eine Markenplanung mit Häcker, Ballerina oder next125 eingebettet wird. Am Ende steht eine Checkliste, mit der ein Beratungstermin in unserer Augsburger Ausstellung vorbereitet wird.

Das Wichtigste in Kürze
  • Drei Zonen, nicht eine Leuchte: Grundlicht (Raum lesbar), Arbeitslicht (Schneiden sicher, Ra ≥ 90), Esslicht (Übergang zum Wohnen), getrennt schaltbar und dimmbar.
  • Reihenfolge: Raum → Zonen → Lumen → Kelvin → Steuerung: Erst den Grundriss lesen, dann planen, nicht die Leuchte wählen und den Plan dazu suchen.
  • Arbeitslicht unter den Oberschränken Pflicht: Körper blockiert das Deckenlicht; Unterschrank-LED (300–500 lm/m, 3.000–4.000 K) macht die Arbeitsplatte schattenfrei.
  • Farbwiedergabe Ra ≥ 90 für Arbeitsfläche: Lebensmittelfarben korrekt erkennen, Ra 80 verfälscht Fleisch- und Gemüsefarben sichtbar.
  • Drei Lichtkreise schalten Küchenalltag und Abendrunde: Grundlicht, Arbeitslicht und Esstisch-Pendel separat dimmbar, ganz ohne Sonderinstallation.

Erst Raum, dann Zonen: das 3-Zonen-Konzept

Eine Küche wird nicht von oben beleuchtet. Sie wird in Aufgaben beleuchtet. Drei Aufgabenbereiche bestimmen den Plan, und jeder davon hat einen eigenen Lichtanspruch:

  • Zone 1, Grundlicht (Allgemeinbeleuchtung): Sie macht den Raum ablesbar und sorgt dafür, dass niemand im Halbschatten steht. Grundlicht ist flächig, ruhig und blendfrei. Es stellt die Bühne, das Arbeitslicht bleibt eigene Zone.
  • Zone 2, Arbeitslicht (Aufgabenbeleuchtung): Sie liegt direkt über der Arbeitsplatte, an Kochstelle, Spüle und Vorbereitungsfläche. Hier muss das Licht von vorn oder oben kommen, ohne dass der eigene Körper Schatten wirft. Arbeitslicht wird oft unterschätzt, und ist der häufigste Grund, warum Küchen nachträglich nachgerüstet werden.
  • Zone 3, Esslicht (Akzent- und Stimmungsbeleuchtung): Sie hängt über dem Esstisch oder der Theke, beleuchtet Vitrinen und Nischen und schafft die Atmosphäre, in der die Küche zum Wohnraum wird. Diese Zone ist warm, weicher gedimmt und meist getrennt geschaltet.

Wer die drei Zonen früh in der Planung trennt, kann jede für sich auslegen, und nachher mit zwei oder drei Schaltern den ganzen Raum bedienen. Wer es nicht tut, landet bei der Standardlösung „eine Deckenleuchte plus vielleicht etwas unter den Oberschränken". Das funktioniert in einer 7-Quadratmeter-Singleküche. In einer offenen Wohnküche mit Insel und Essbereich nicht.

Die Reihenfolge in der Lichtplanung ist deshalb immer dieselbe: Erst der Grundriss, dann die Zonen, dann die Leuchtenwahl, dann die Steuerung. Wer mit der Leuchte beginnt („dieses Pendel gefällt mir"), plant rückwärts und muss am Ende meist nachbessern.

Animation: Drei Lichtebenen in der Küche, Arbeitslicht über Arbeitszone, Stimmungslicht über Essbereich, Ambient als Grundton.

Lumen und Kelvin: konkrete Empfehlungen je Zone

Lumen messen die Lichtmenge, Kelvin die Lichtfarbe. Wattzahlen sind seit der LED-Umstellung als Vergleichsgröße untauglich, eine moderne LED liefert 100 Lumen pro Watt, eine ältere Halogenleuchte 15 bis 20. Wer in Watt rechnet, plant am Bedarf vorbei.

Als Orientierungswerte für die Küche haben sich folgende Ranges bewährt:

Arbeitslicht unter den Oberschränken
Detail: Arbeitslicht unter den Oberschränken, gleichmäßiges, neutralweißes Licht direkt auf die Arbeitsplatte, ohne dass die Person davor Schatten wirft. Lichtfarbe und Lumen je Meter sind dabei entscheidender als die Leuchten-Optik. (Bild: GRW-Bestand bzw. redaktionelle Bildgrafik.)

Grundlicht (Zone 1): 300 Lumen pro Quadratmeter Küchenfläche als Richtwert. Eine 12-Quadratmeter-Küche braucht also rund 3.500 bis 4.000 Lumen Grundlicht, verteilt auf zwei bis vier Lichtquellen an der Decke. Lichtfarbe: 3.000 bis 3.500 Kelvin (warmweiß bis neutralweiß). Wer wärmer geht (2.700 K), bekommt eine wohnliche Stimmung; wer kühler geht (4.000 K), wirkt schnell wie ein Praxisflur.

Arbeitslicht (Zone 2): 500 bis 700 Lumen pro Meter Arbeitsfläche, direkt unter den Oberschränken oder in der Lichtblende verbaut. Eine 3-Meter-Arbeitszeile braucht also 1.500 bis 2.100 Lumen Unterbaubeleuchtung. Lichtfarbe: 3.500 bis 4.000 Kelvin (neutralweiß). Hier ist die Farbtreue (CRI/Ra-Wert) wichtig, ein Ra-Wert von mindestens 90 sorgt dafür, dass rohes Fleisch, Gemüse und Backwaren in der natürlichen Farbe erkennbar sind. Billige LED-Bänder mit Ra 80 lassen Tomaten orange wirken und Hähnchen grau.

Esslicht (Zone 3): 400 bis 600 Lumen über dem Esstisch, in 60 bis 70 Zentimetern Höhe über der Tischplatte. Lichtfarbe: 2.700 Kelvin (warmweiß), idealerweise dimmbar bis 10 Prozent. Wer einen 1,80-Meter-Tisch hat, plant ein längliches Pendel oder zwei bis drei kleinere, eine einzelne Punktleuchte wirkt selten ausgewogen.

Akzente: Vitrinen, Nischenrückwände, offene Regale brauchen je nach Tiefe 100 bis 200 Lumen. Hier zählt vor allem das Streiflicht. Eine Nischenbeleuchtung sollte nie heller sein als die Arbeitsbeleuchtung, sonst wird die Wand zum Hauptdarsteller.

Ein häufiger Planungsfehler ist die Verwechslung von Tageslichtweiß (6.500 K) mit „heller". Kühles Licht wirkt lediglich nüchterner, die Helligkeit bleibt dabei gleich. In der Küche bleibt der Arbeitsbereich bei 3.500 bis 4.000 K, der Wohnbereich darunter. Mischfarben über mehrere Zonen wirken unruhig, drei Leuchten mit drei unterschiedlichen Lichtfarben sind ein typischer Wohnraum-Fehler.

LED-Typen in der Küche: Spots, Bänder, Pendel, Profile

Es gibt kein einzelnes, für sich ideales Leuchtmittel für die Küche. Es gibt fünf Bauarten, die jede ihre Rolle hat, und die richtig kombiniert eine durchplante Lichtlösung ergeben.

Einbau-Spots (Deckenstrahler): Punktuelle Grundbeleuchtung, oft schwenkbar, in 6 bis 9 Zentimetern Einbautiefe. Geeignet für abgehängte Decken oder Trockenbau, nicht für massive Betondecken ohne Vorbereitung. Pro Spot meist 400 bis 600 Lumen, bei zwei Metern Deckenhöhe in 80 bis 100 Zentimetern Abstand, sonst entstehen sichtbare Schattenbänder. Vorteil: unauffällige Optik. Nachteil: Wer den Grundriss nachher ändert, kommt an die Verkabelung nicht ohne Aufwand heran.

LED-Typen in der Küche
  • Aufbau-Spots oder Schienensysteme: Sichtbar montierte Strahler, einzeln ausrichtbar, oft auf Stromschienen kombinierbar. Geeignet für Mietküchen, Renovierungen ohne Deckenöffnung und für Räume, in denen die Lichtrichtung später anpassbar bleiben soll. Wirkung industrieller, technischer, kann mit Holzfronten ein gewollter Kontrast sein.
  • LED-Bänder (Stripes) in Profilen: Die Standardlösung für Unterbaubeleuchtung und Lichtblenden. Wichtig ist das Aluminium-Profil mit milchiger Abdeckung: Ohne Profil sieht man einzelne LED-Punkte, mit Profil wird das Licht zur gleichmäßigen Linie. Wer hier spart, ärgert sich täglich. Lichtleistung je Meter zwischen 800 und 1.400 Lumen je nach Band-Typ. Für die Küche empfehlen wir Bänder mit Ra-Wert ab 90 und mindestens 14,4 Watt pro Meter.

Pendelleuchten: Über Esstisch, Theke oder freistehender Insel. Höhe meist 60 bis 70 Zentimeter über der Tischplatte, bei einer Insel 75 bis 85 Zentimeter über der Arbeitsfläche. Form folgt Tischform: lange Tische tragen Längs-Pendel oder zwei bis drei kleine, runde Tische einzelne Pendel oder einen Pendelring. Eine Inselbeleuchtung darf gleichzeitig Arbeitslicht sein, wenn die Lumen-Werte stimmen, sonst bleibt sie nur Akzent und es braucht zusätzliche Spots.

Magnet-Schienen und tiefe Profile: Eine jüngere Lösung, vor allem in modernen Wohnküchen. Eine schmale Schiene im Deckenausschnitt nimmt Spots, Pendel und Lichtbänder magnetisch auf, und das Layout kann nachträglich verändert werden. Gut für offene Grundrisse, in denen Insel- und Essbereich getrennt akzentuiert werden, der genaue Möbelplan aber noch flexibel ist.

In der Praxis kombinieren wir fast immer Spots oder Magnet-Schiene (Grundlicht) plus LED-Profile unter den Oberschränken (Arbeitslicht) plus Pendel (Esslicht). Die Kombination kostet pro Lichtquelle weniger als „ein großer Leuchter über allem", weil keine Zone überlastet werden muss.

Dimmen, schalten, steuern: Lichtszenen im Alltag

Eine Küche mit drei Zonen braucht mehr als einen Schalter. Wir planen mindestens drei getrennte Kreise, Grundlicht, Arbeitslicht, Esslicht, und in den meisten Fällen einen vierten für Akzente (Nische, Vitrine, Sockelbeleuchtung). Wer das früh elektrisch sauber legt, hat später jede Steuerung offen.

Küchenlicht Steuerung mit drei Zonen
Detail: Eine moderne Wandsteuerung in einer Augsburger Wohnküche, drei Drehregler für Grundlicht, Arbeitslicht und Esslicht, dazu eine Szenentaste „Abend". Statt App-Pflicht bleibt die Bedienung im Alltag tastend und einfach. (Bild: GRW-Bestand bzw. redaktionelle Bildgrafik.)
Dimmen, schalten, steuern
  • Dimmen: Alle drei Hauptzonen sollten dimmbar sein. Grundlicht und Esslicht dimmen wir abends auf 30 bis 50 Prozent, Arbeitslicht oft nur als Stimmungslicht in der Nebennutzung. Dafür ist ein dimmbares Netzteil oder ein dimmbarer LED-Treiber Pflicht, die Lampe allein „kann dimmen" reicht nicht, das ganze System muss aufeinander abgestimmt sein.
  • Phasenanschnitt-, Phasenabschnitt- oder DALI-Dimmer: Phasenabschnitt-Dimmer sind für LED am verträglichsten, müssen aber zur Last passen (Mindestlast, Maximallast). Bei größeren Küchen mit vielen Leuchten lohnt sich DALI oder Casambi: digitale Steuerung pro Leuchte, ohne dass jede Lampe einzeln verkabelt wird. DALI verlangt Planung in der Elektroinstallation; Casambi funktioniert per Bluetooth und ist nachrüstbar.
  • Lichtszenen: Drei bis fünf gespeicherte Szenen reichen für den Alltag, „Kochen" (alles voll), „Abendessen" (Grundlicht 30 Prozent, Esslicht 70 Prozent), „Aufräumen" (Grundlicht 100 Prozent, Arbeitslicht 60 Prozent), „Spätabend" (nur Nische und Sockel). Wer mehr als fünf Szenen einplant, nutzt sie erfahrungsgemäß nicht. Das beruht auf einer Alltagsbeobachtung.
  • Sensorik: Bewegungsmelder am Hauseingang sind sinnvoll, in der Küche meist nicht, wir bewegen uns dort selten gleichmäßig genug. Was funktioniert, sind Push-and-go-Spots unter Oberschränken, die per Wisch aktiviert werden, und Türkontakte an Vorratsschränken, die die Innenbeleuchtung auslösen. Beides sind kleine Komfortgewinne innerhalb der Steuerung.
  • Smart Home oder Wandsteuerung? Wer das Smart-Home-System der Wahl bereits hat (KNX, Loxone, Homematic, Apple Home, Google Home), bindet die Küche dort ein. Wer kein System hat, sollte sich nicht über die Küche hineintreiben lassen. Eine konventionelle Drei-Kreis-Verkabelung mit Phasenabschnitt-Dimmer und einer Casambi-Brücke deckt 90 Prozent aller Alltagsbedürfnisse, ohne dass „die App gerade nicht reagiert" zum Familiendrama wird.

Markenintegration: Häcker, Ballerina und BORA als Planungs-Anker

Eine Lichtplanung ist nicht losgelöst von den Möbeln und Geräten zu sehen. Drei Markenwelten zeigen, wie eng Licht und Programm zusammenhängen, und wie sich die Beleuchtung im konkreten Hersteller-Sortiment unterscheidet.

Häcker: Bietet integrierte Lichtblenden mit vorbereiteten LED-Profilen und Steuerungs-Optionen, die in die Schrankplanung eingerechnet sind. Werden die Oberschränke deckenbündig geplant, sitzt das Arbeitslicht in der Blende. Bei tieferen Decken-Abständen kommt eine sichtbare Profilleiste unter den Oberschrank. Beide Lösungen sind im Programm vorgesehen, der Unterschied liegt in der Höhe der Lichtaustrittskante über der Arbeitsplatte, und damit in der Schattenwirkung. Wir empfehlen einen Abstand zwischen Lichtkante und Arbeitsplatte von 50 bis 60 Zentimetern, sonst wird das Licht zu flach.

Ballerina: Plant Beleuchtung als Teil der Komfortausstattung. Lichtblenden, beleuchtete Glasrückwände und Vitrinenbeleuchtung sind im Konfigurator integriert, ebenso Sockelbeleuchtung zur Orientierung am späten Abend. Wer eine Ballerina-Küche plant, sollte das Beleuchtungspaket früh festlegen, weil sich daraus Möbelhöhen, Sockelhöhen und Steckdosen-Positionen ergeben. Wir gehen das mit dem Konfigurator in unserer Augsburger Ausstellung Schritt für Schritt durch.

next125: Setzt die Beleuchtung architektonisch ein. Schwebende Insel, dünne Arbeitsplatte, durchgehende Lichtkante, die Lichtführung ist Teil der Materialwirkung. Wer eine next125 Küche plant, sollte mit dem Lichtkonzept beginnen, nicht damit aufhören, weil Sockelbeleuchtung, Wandregal-Beleuchtung und Insel-Akzent eine Linie ergeben.

BORA-Kochfeldabzüge: Verändern die Lichtplanung, weil die Dunstabzugshaube über der Insel entfällt. Damit fehlt der klassische Lichtträger über der Kochstelle. Stattdessen planen wir Pendel oder Spots so über die Insel, dass sie Arbeitslicht und Akzent zugleich sind, meist drei Spots im Abstand von 50 bis 60 Zentimetern oder ein durchgehendes Lichtprofil parallel zur Insel-Längsachse. Die Lichtfarbe bleibt bei 3.500 K, sonst wirkt die Kochinsel im Wohnraum wie ein Operationssaal.

Hersteller-Beleuchtungspakete sind selten teurer als nachgekaufte Drittlösungen, dafür aber besser in das Möbelprogramm eingerechnet, Schaltkabel, Treiber, Sockel-Aussparungen, Profilhalter passen. Wer Drittleuchten verbaut, muss diese Details selbst lösen. Wir machen beides, planen aber bei integrierten Programmen lieber im Hersteller-System.

Augsburger Showroom-Beispiele: Licht am Bestand prüfen

Eine Lumen-Tabelle erklärt das Prinzip. Wie das Licht im eigenen Raum wirkt, sieht man erst, wenn es brennt. Deshalb sind unsere Ausstellungen in Augsburg-Haunstetten und Thierhaupten nicht nur Möbel-Schau, sondern auch Licht-Test.

Kelvin-Vergleich in der Küchenausstellung
Detail: Ein Beleuchtungsvergleich in der Augsburger Ausstellung, links eine offene Wohnküche mit warmweißem 2.700-K-Pendel über dem Esstisch, rechts dieselbe Inselzone in neutralweißem 3.500-K-Arbeitslicht. Der Unterschied im Materialeindruck ist erheblich. (Bild: GRW-Bestand bzw. redaktionelle Bildgrafik.)

Wir zeigen vor Ort drei Dinge konkret:

Lichtfarben-Wechsel an derselben Küche: Eine Insel wird einmal in 2.700 K, einmal in 3.500 K und einmal in 4.000 K beleuchtet. Holzfronten, Granit-Arbeitsplatten und Keramik-Platten reagieren unterschiedlich: Eichenholz wirkt unter 2.700 K rotstichig-warm, unter 4.000 K kühl und klar. Wer in der Beratung den Wechsel selbst sieht, entscheidet sich für die passende Kelvin-Zahl meist in unter zehn Minuten.

Dimmkurven am Pendel: Ein Esslicht wird von 100 auf 10 Prozent gedimmt. Manche LEDs flackern dabei oder werden zu kalt, Hinweise auf ein unpassendes Netzteil oder eine zu billige Lampe. In der Ausstellung läuft die Dimmkurve, wie sie auch beim Kunden zuhause läuft, weil wir mit den Original-Treibern arbeiten. Das ist der ehrlichste Test.

Unterbaubeleuchtung im Direktvergleich: Ein LED-Band ohne Profil neben einem Profil-System neben einem fertigen Lichtblenden-System aus der Häcker-Welt. Helligkeit, Streulicht, sichtbare Punktbildung, die Unterschiede sind im Aus-Zustand schwer zu beschreiben, im An-Zustand offensichtlich.

Wir machen daraus keinen Verkaufsdruck. Wer mit einer Skizze in die Beratung kommt, geht häufig mit einer geänderten Skizze raus, die das Problem an einer früher übersehenen Stelle löst. Wer eine fertige Hersteller-Auswahl mitbringt, bekommt eine ehrliche Einschätzung, was im konkreten Grundriss passt, und was nicht.

Termine in beiden Filialen sind möglich: Thierhaupten für die ruhigere, ausführliche Erstberatung mit großem Massivholz-Anteil, Augsburg-Haunstetten für den schnellen Termin nach Feierabend mit Fokus auf moderne Küchenprogramme.

Checkliste Küchenbeleuchtung

Diese Checkliste bringt den Plan vom Konzept in die Umsetzung. Wir nutzen sie selbst, wenn wir mit Kundinnen und Kunden in die Detailplanung gehen. Wer alle Punkte beantworten kann, geht mit einem belastbaren Plan in die Elektroplanung.

Lichtplan Grundriss für Wohnküche
Detail: Ausschnitt aus einem Lichtplan für eine offene Wohnküche in Augsburg, drei farbcodierte Lichtkreise (Grundlicht blau, Arbeitslicht gelb, Esslicht orange) auf dem Grundriss. So wird sichtbar, wo Steckdosen, Schalter und Treiber Platz brauchen. (Bild: GRW-Bestand bzw. redaktionelle Bildgrafik.)

Grundriss und Zonen

  • Sind Koch-, Vorbereitungs-, Spül- und Essbereich im Grundriss eingezeichnet?
  • Sind die Wegezonen (Insel umlaufend, Hauptweg zum Esstisch) markiert?
  • Ist klar, welche Bereiche tagsüber Tageslicht bekommen und welche nicht?

Lichtmenge je Zone

  • Grundlicht: rund 300 Lumen pro Quadratmeter eingeplant?
  • Arbeitslicht: 500 bis 700 Lumen pro Meter Arbeitsfläche?
  • Esslicht: 400 bis 600 Lumen über dem Esstisch?
  • Akzente (Nische, Vitrine, Sockel): jeweils 100 bis 200 Lumen?

Lichtfarbe und Farbtreue

  • Grundlicht und Esslicht: 2.700 bis 3.000 K?
  • Arbeitslicht: 3.500 bis 4.000 K?
  • Alle Leuchten mit CRI/Ra ab 90 ausgewählt?
  • Keine Mischung von Kelvin-Werten in derselben Zone?

Leuchten und Profile

Checkliste Küchenbeleuchtung
  • Spots oder Magnet-Schiene als Grundlicht im Plan?
  • Aluminium-Profile mit milchiger Abdeckung für die Unterbaubeleuchtung?
  • Pendel über Esstisch in 60 bis 70 Zentimetern über Tischplatte?
  • Über Kochinsel ohne klassische Dunstabzugshaube (BORA): Spots oder Lichtprofil zusätzlich geplant?

Steuerung und Elektrik

  • Drei (besser vier) getrennte Lichtkreise vorgesehen?
  • Dimmbare Treiber zu allen Hauptzonen?
  • Phasenabschnitt-Dimmer oder DALI/Casambi entschieden?
  • Maximal drei bis fünf Lichtszenen definiert?
  • Smart-Home-Einbindung geklärt, ja oder ausdrücklich nein?

Hersteller- und Programmbezug

  • Beleuchtungspaket im Konfigurator des gewählten Programms geprüft (Häcker, Ballerina, next125)?
  • Sockelbeleuchtung und Vitrinenbeleuchtung im Möbelplan eingerechnet?
  • Steckdosen und Schalter-Positionen mit dem Möbelplan abgestimmt?

Wer drei Punkte mit „weiß ich noch nicht" beantwortet, hat einen guten Beratungsgrund, und keine Lücke, die zuhause schnell selbst geschlossen wird. Lichtplanung ist die häufigste Stelle, an der eine fertige Küche nachträglich Aufwand kostet.

Was wir bei GRW daraus machen

Wir planen Licht nicht als Zusatzkapitel der Küchenplanung. Es ist eines der ersten Themen, sobald der Grundriss steht. Dabei arbeiten wir in drei Schritten.

Zuerst lesen wir den Grundriss aus Lichtsicht. Wo wird gearbeitet, wo gegessen, wo läuft jemand vorbei? Welche Tageslicht-Quellen gibt es, und wann fallen sie aus (Nachmittagssonne aus Westen vor allem im Sommer)? Welcher Stil hat die Küche, viel Holz, ruhige Lackfront, dunkler Stein, helle Keramik? Aus diesen Antworten ergibt sich die Lichtfarbe und die Verteilung der Zonen.

Im zweiten Schritt klären wir das Hersteller-Programm. Eine Häcker-, Ballerina- oder next125-Küche bringt Beleuchtungs-Optionen mit, die zur Planung passen. Wir prüfen, was integriert mit dem Möbelprogramm einkalkuliert werden kann, und wo eine Drittleuchte sinnvoller ist, etwa beim Esslicht über einem freistehenden Tisch, wo die Auswahl deutlich breiter ist.

Im dritten Schritt geht es um die Steuerung. Wer kein Smart-Home-System hat, bekommt eine konventionelle Drei-Kreis-Verkabelung mit Phasenabschnitt-Dimmer und optional eine Casambi-Brücke für den Komfort. Wer KNX, Loxone oder ein anderes System nutzt, bekommt eine Schnittstelle, die das Lichtkonzept einbindet, ohne dass die Küche zur Insellösung wird.

Was wir dabei nicht tun: Wir versprechen keine Lumen-Werte ohne Berechnung am Raum, wir setzen keine Lichtfarbe nach Geschmacksbild und wir verkaufen keine Beleuchtungspakete als „Komplett-Lösung", die im Alltag drei nicht passende Schalter braucht. Lichtplanung ist eine ruhige, präzise Arbeit, und unsere Ausstellung in Augsburg ist dafür gebaut, dass diese Arbeit am echten Material und unter echten Lichtbedingungen passieren kann.

Aussagen zu aktuellen Lieferzeiten, Steuerungs-Bundles oder konkreten Ausstellungsstücken prüfen wir vor jedem Termin, Programme und Verfügbarkeiten ändern sich. Was bleibt, ist das Beratungsprinzip: Licht folgt Aufgabe, nicht Effekt.

Küchenbeleuchtung planen

Persönliche Beratung in Thierhaupten und Augsburg-Haunstetten: Lichtebenen, Lichtfarbe und Nachrüstung in der bestehenden Küche.

Termin anfragen

FAQ

Wie viele Lumen braucht meine Küche insgesamt?

Als Grundregel rechnen wir 300 Lumen pro Quadratmeter für das Grundlicht plus 500 bis 700 Lumen pro Meter Arbeitsfläche für das Arbeitslicht plus 400 bis 600 Lumen über dem Esstisch. Eine 12-Quadratmeter-Küche mit 3-Meter-Arbeitszeile liegt damit insgesamt bei rund 6.000 bis 7.000 Lumen über alle Zonen verteilt. Wichtig ist die Verteilung auf mehrere Lichtquellen und Zonen, nicht die Gesamtzahl in einer Leuchte.

Welche Lichtfarbe (Kelvin) passt in die Küche?

Grundlicht und Esslicht: 2.700 bis 3.000 Kelvin, also warmweiß bis neutralweiß. Arbeitslicht über der Arbeitsplatte: 3.500 bis 4.000 Kelvin, neutralweiß für saubere Farberkennung. Über 4.000 Kelvin (kaltweiß oder Tageslichtweiß) wirkt die Küche schnell wie ein Praxisraum. Wichtig ist, dass innerhalb einer Zone die Kelvin-Werte einheitlich bleiben.

Brauche ich Unterbaubeleuchtung unter den Oberschränken?

Ja, sie ist der wichtigste Punkt für blendfreies Arbeiten. Eine Deckenleuchte allein wirft Schatten auf die Arbeitsplatte, weil der eigene Körper vor dem Lichtweg steht. Unterbaubeleuchtung mit LED-Profilen (Ra-Wert ab 90, 800 bis 1.400 Lumen pro Meter) liefert direktes Licht von vorn und macht Schneiden, Vorbereiten und Lesen von Verpackungen wesentlich angenehmer.

Lohnt sich eine Smart-Home-Steuerung für die Küchenbeleuchtung?

Wer das Smart-Home-System bereits hat (KNX, Loxone, Apple Home, Google Home, Casambi), bindet die Küche dort ein. Wer kein System hat, sollte sich nicht über die Küche dazu treiben lassen. Eine konventionelle Drei-Kreis-Verkabelung mit Phasenabschnitt-Dimmer und einer optionalen Casambi-Brücke deckt 90 Prozent aller Alltagsbedürfnisse und bleibt im Alltag tastend und einfach bedienbar.

Wie hoch hänge ich ein Pendel über dem Esstisch?

60 bis 70 Zentimeter über der Tischplatte ist die etablierte Höhe. Über einer Kochinsel oder Theke (also Arbeitsfläche, nicht Sitzfläche) hängen Pendel höher, in 75 bis 85 Zentimetern über der Arbeitsfläche. Bei langen Tischen ab 1,80 Meter empfiehlt sich entweder ein längliches Pendel oder zwei bis drei kleinere Pendel im gleichmäßigen Abstand statt einer einzelnen Punktleuchte.

Wie plane ich Licht bei einer Kochinsel mit BORA-Kochfeldabzug?

Da der klassische Dunstabzug über der Insel entfällt, fehlt auch der gewohnte Lichtträger über der Kochstelle. Stattdessen planen wir drei Spots im Abstand von 50 bis 60 Zentimetern oder ein durchgehendes Lichtprofil parallel zur Insel-Längsachse, Lichtfarbe 3.500 Kelvin, Arbeitslicht-Lumen. Pendel sind möglich, wirken aber über einer Kochstelle schneller fettig; wenn Pendel, dann mit gut zu reinigenden Schirmen aus Glas oder Metall.

Weiterführend

Beleuchtung Küche planen: 3-Zonen-Konzept | GRW